Archiv der Kategorie 'Texte'

(DD) Antisemitische, verschwörungstheoretische und neonazistische Proteste zur Bilderbergkonferenz

Vom 9. bis 12. Juni 2016 findet die sogenannte Bilderbergkonferenz in Dresden statt. [1] Das Treffen aus Eliten von Politik, Wirtschaft, Adel, Finanzwirtschaft und Militär zieht wiedereinmal zwiespältigen Protest in die sächsische Landeshauptstadt. Neben kruden Verschwörungstheoretiker_innen, linken pseudo Kapitalismuskritiker_innen oder Neonazis wird an diesem Wochenende mal wieder alles in der Stadt zu sehen sein. (mehr…)

Dresdner Realitäten

Nachdem mittlerweile sogar der Ministerpräsident Sachsens Stanislav Tillich und der Vorsitzende der Landeszentrale für politische Bildung Sachsens, Frank Richter, mitteilten den Rechtsextremismus unterschätzt zu haben, wird im Dresdner Norden weiter der rote Teppich für RassistInnen ausgerollt. Moderiert von eben dieser Landeszentrale veranstaltet die Initiative „Brücken bauen“ eine Dialogreihe zur Asyl- und Migrationspolitik. Nach dem sich zu diesem Thema schon Susann Rüthrich (SPD), Stephan Kühn (Grüne) und Robert Malorny (FDP) zu Wort melden durften, wird für den 22. März (2o Uhr) ein ganz besonderer Gast erwartet. Frauke Petry (Vorsitzende der AfD-Sachsen, Parteivorsitzende der AfD) hat an diesem Tag in Hellerau ihr Kommen angemeldet. Referieren wird Sie aller Voraussicht, wie alle anderen Redner_Innen, im Gebäudeensemble Hellerauer Werkstätten („Schmidt’s Restaurant“; Moritzburger Weg 67).
(mehr…)

Naziangriff in Connewitz: „Junge Nationaldemokraten“ beteiligt

Während Legida und Pegida am Montagabend mit einem rassistischen Aufmarsch durch Leipzig zogen, haben bis zu 250 vermummte und teils bewaffnete Neonazis Häuser und Ladengeschäfte im Stadtteil Connewitz angegriffen und erheblichen Sachschaden verursacht. Es handelte sich um den größten organisierten Neonazi-Angriff in Sachsen seit Jahren und die schwerste Attacke im Stadtteil Connewitz seit den frühen Neunzigern. Es gab es mindestens drei Verletzte.
(mehr…)

Flyer verfasst

Anlässlich des 6. Todestages von Ivan Khutorskoy haben wir einen Flyer verfasst und in der Stadt verteilt. Dieser wird hier dokumentiert:

In Erinnerung an Ivan Khutorskoy
(17.2.1983 – 16.11.2009)

Am 16. November 2009 wurde der Moskauer Skinhead, Anarchist und Antifaschist Ivan Khutorskoy, im Eingang seines Wohnhauses, von Neonazis ermordet. Zwei Mal schoss ihm der Täter in den Nacken. Ivan, auch „Vanya Kostolom“ genannt, gehörte zu einer Gruppe, welche sich aktiv gegen Nazigewalt in Moskau zur Wehr setzte. Er war Organisator und Teil von Schutzgruppen für Veranstaltungen der linken Szene, ohne welche diese hätten gar nicht ausgerichtet werden können. Aus diesem Grund war er bei den Neonazis bekannt und sie versuchten mehrmals ihn zu ermorden, doch Ivan blieb standhaft und lies sich nicht unterkriegen. Durch diesen Mut und sein Engagement wurde er so zum Vorbild nachwachsender AntifaschistInnen. Sein Mut war unbeschreiblich inspirierend und mindestens genauso gefährlich – denn in Russland gehören Angriffe auf „Linke“ zur Tagesordnung.
Sechs Jahre nach seinem Tod sind wir immer noch fassungslos und an seinem Todestag mit den Gedanken bei seiner Familie und Menschen, die ihm nahestanden. Ivan Khutorskoy reiht sich somit in die unendliche Liste, neben den Namen Silvio Meier und Clément Méric ein, welche Sinnbildlich für die Gewalt von Faschisten überall auf dieser Welt stehen und der es gilt, jeden Tag aufs Neue, entgegenzutreten.
Aus Trauer wird Wut,
Ivan Khutorskoy – unvergessen!

Flyer verfasst

Anlässlich des 77. Jahrestages der „Reichspogromnacht“ von 1938 haben wir einen Flyer gedruckt, welchen wir hier dokumentieren:

Gegen jeden Antisemitismus!
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in halb Europa Synagogen. Organisierte staatliche Schlägertruppen setzten diese in Brand, plünderten jüdische Geschäfte, verschleppten und töteten tausende JüdInnen. Diese Nacht, welche in der Geschichte als die „Reichspogromnacht“ eingegangen ist, war das offizielle Signal zum größten Völkermord in der Geschichte der Menschheit und der Plan alle Jüdinnen in ganz Europa zu vernichten. Von diesem Tag an, begann von Deutschland ausgehend, die Shoa – die systematische Ermordung mehrerer Millionen Jüdinnen und Juden. Der Teil der deutschen Bevölkerung, welcher sich nicht aktiv an den Gräueltaten beteiligte, schaute tatenlos zu. Auch hier in Dresden wurde die Synagoge von Angehörigen der SA in dieser Nacht niedergebrannt, die anrückende Feuerwehr verhinderte lediglich das Übergreifen des Feuers auf andere Gebäude. Die hinterlassene Ruine wurde noch im selben Jahr gesprengt, die Kosten der Trümmerbeseitigung der jüdischen Gemeinde auferlegt und Teile der Steine für den Straßenbau verwendet. In diesen Tagen jährt sich die „Reichspogromnacht“ zum siebten Mal. Nicht zu Letzt die Äußerung: „Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb“ von Akif Pirinçci auf der PEGIDA Kundgebung am 19. Oktober, welche mit Beifall und höhnischem Lachen begleitet wurde, zeigt welches Klima noch heute in Dresden und Deutschland herrscht. Das macht deutlich, wie wichtig es auch heute ist die Erinnerung an die Opfer der deutschen Volksgemeinschaft aufrecht zu erhalten. Es liegt an uns, für den Schwur Buchenwalds, welcher am 19. April 1945 verlesen wurde, einzutreten und zu kämpfen, damit dies nie wieder geschehe:
„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“