Archiv für Dezember 2014

Pegida, Dresden und der bürgerliche Widerstand – der Versuch einer Bestandsaufnahme

Die „patriotischen Europäer gegen Islamisierung des Abendlandes“, kurz PEGIDA, erfreuen sich seit einiger Zeit immer mehr Zulauf. Nachdem einen Aufruf auf Facebook erstmals vor etwa zwei Monaten 300 Personen, vermehrt aus dem rechtem Spektrum, folgten, waren vergangenen Montag 17.500 aufrechte PatriotInnen in Dresden auf den Beinen um gegen „Überfremdung“ und einen „Glaubenskrieg auf deutschem Boden“ zu demonstrieren (1). Doch nicht nur in Sachsen tobt der Volksmob auf den Straßen, überall formieren sich RassistInnen und besorgte WutbürgerInnen, zum sogenannten Volk oder anders, der rassistischen Bürgerbewegung. In Leipzig, Berlin, Köln, Kassel, Bonn und Düsseldorf (2, 3, 4) haben sich Ableger von Pegida formiert und besorgte BürgerInnen stehen von ihren Stammtischen auf. Im Gegensatz zu Dresden, konnten die anderen Zusammenschlüsse jedoch weitaus weniger Menschen mobilisieren. Doch stellt sich die Frage, weshalb immer mehr Menschen diesem rassistischen und menschenverachtenden Aufrufen folgen? Woher dieser Konsens kommt und vor allem was ist dagegen zu unternehmen?

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Infoveranstaltung zum Naziaufmarsch in Magdeburg!

Morgen, den 17.12.2014 findet um 20.00 Uhr eine Infoveranstaltung der Kampagne „BY ALL MEANS NECESSARY“, im AZ Conni, statt.

Da sich am 16.01.2015, zum 70. Mal die Bombardierung der Stadt Magdeburg jährt, wird dieses Eregniss wiedereinmal von Nazis instrumentalisiert um Geschichtsrevisionismus zu betreiben.
Neben zwei weiteren Bündnissen, gegen den sogenannten „Trauermarsch“ der „Initiative gegen das Vergessen“, stellt BY ALL MEANS NECESSARY einen radikal linken bundesweiten Mobilisationsversuch dar, welchen wir ausdrücklich unterstützen!

Also kommt zahlreich und informiert euch, im Januar geht’s nach Magdeburg!

AfD nun doch nicht an Uni!

Die für den am 27.10 geplante Diskussion zum Thema „Zuflucht Europa – Brauchen wir eine liberale Asylpolitik“ findet nun doch ohne Beteiligung der AfD statt.
Die VeranstalterInnen haben sich dafür entschieden vier studentische RednerInnen, statt zwei PolitikerInnen, auf das Podium zu setzen. Warum es zu dieser Kehrtwende gekommen ist,bleibt unbekannt.

Beworben wird die Veranstaltung nun für den 9. Dezember, 18:30 Uhr, im Hörsaalzentrum der TU-Dresden.

Informationsveranstaltung: Eine Analyse zu PEGIDA und anderen Asylgegnern in Dresden und Umland

Am Dienstag (Herbert-Wehner-Saal) und Donnerstag (AZ Conni) finden vom Recherche Team Dresden eine Infoveranstaltungen zu „PEGIDA und anderen Asylgegnern in Dresden und Umland“ statt.

Seit die Stadtverwaltung im Oktober ihr Konzept zur Unterbringung von Flüchtlingen bis 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt hat, protestieren in verschiedenen Stadtvierteln Teile der Bürgerschaft. Unter den Slogans “Nicht über unsere Köpfe hinweg“, „Nicht bei uns vor der Tür“ machen sie in unterschiedlicher Intensität gegen potentielle Standorte mobil. Dresden reiht sich damit in eine lange Liste sächsischer Orte ein, in denen Bürger immer dann den Arsch vom Sofa bekommen, wenn es gegen Ausländer geht. Mit PEGIDA und ihren Massendemonstrationen besitzt Dresden darüber hinaus aber ein Alleinstellungsmerkmal. Erste Erklärungsansätze aus Politik und Dresdner Wissenschaft sprechen von “besorgten Bürgern“, „Rechtsextremisten“ oder „Wutbürgern“, zeigen Verständnis und plädieren für das Ernstnehmen der Sorgen und Ängste. Manche suchen den offenen Dialog, andere kommen mit Sondereinheiten gegen „kriminelle Asylbewerber“.    Keinen der Ansätze halten wir für ausreichend, die meisten für falsch.   Den folgenden Fragestellungen wird sich der Vortrag annehmen: Wer protestiert da eigentlich? Welche Gemeinsamkeiten in den Argumentationen sind erkennbar, wo bestehen aber auch gravierende Unterschiede? Und was hat das Geschehen mit 1989 zu schaffen?

Kommt zahlreich, Rassismus lässt sich nur gemeinsam bekämpfen!

Prozess gegen Tim H.

„Kommt nach vorn“, dies soll Tim im Jahre 2011 durch ein Megaphone zum Naziaufmarsch gesagt haben, trotz mangelnder bzw. nicht vorhandener Beweißlage wurde Tim 2013 zu fast zwei Jahren Knast ohne Bewährung verurteilt.
Am 8. Dezember, nächsten Montag, soll dieser Prozess hier in Dresden neu verhandelt werden. Dazu findet eine Kundgebung, 8 Uhr vor dem Landgericht in Dresden, Lothringer Strasse 1, satt.
Gemeint sind wir alle, kommt nach vorn!

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